Donnerstag, 26. Juli 2007

Berlins Bettler

Er sieht furchtbar aus, und geht von einem zu anderem in Hauptbahnhof. "Hallo, ich komme gerade aus dem Schlafsack in Tiergarten, hätten Sie etwas nichtalkoholisches zu trinken???" Kann ihn ganz gut verstehen, schlafe nämlich auch seit einer Woche im Schlafsack, ist nicht gut, ehrlich. Aber meine Flasche mit Wasser, auf die er mit so einer Hoffnung schaut kann ich ihm nicht geben. Weil er mir irgendwie unsympathisch ist...
Aber nein! Berlins Bettler! Das soll gesagt werden. Bettler, die eine Zeitung herausgeben (wo es aus ihrer Sichtweise, aber nicht unbedingt von ihnen verschiedenes aus der Welt so beschrieben wird), die ganz professionell betteln, dabei noch schönen Tag, obwohl automatisch, aber doch wünschen, und selten unnett sind.
ich gebe ihnen kein Geld. Nu, sorry, ich kann das nicht. Außerdem bin ich selbst "auf dem Trocknenen". Na meli, das klingt besser...
Aber gestern sollte ich einem doch ein wenig Geld geben. Einem hübschen, etwas "tibetischem" Type, der mit wie immer mit einem Hund in einem Übergang saß, und ...ein Buch gelesen hat.
Ich glaube, dass einer, der zum Beispiel Kiew kennt, und dortige Bettler, der würde meine Faszination verstehen. Er saß da, war faul, ja, aber er las. "Die Nebel von Avalon" ist natürlich kein Dostojewski, aber trotzdem. In solche Bettler kann man sich sogar verlieben.

1 Kommentar:

sascha hat gesagt…

zitat wikipdia: "Die Nebel von Avalon (engl. Originaltitel The Mists of Avalon) ist ein Fantasy-Bestseller von Marion Zimmer Bradley, der zuerst 1982 bei Alfred A. Knopf, Inc. New York City verlegt wurde. Der Roman gilt unter Lesern und Kritikern als vielschichtige und sprachlich ansprechende Nacherzählung der Artus-Sage, dessen spirituelles Zentrum Avalon ist. Da er aus der Sicht der Morgaine (Avalon-Priesterin und Halbschwester Artus) geschrieben ist, gibt es eine besonders starke feministische Auseinandersetzung mit dem Roman."

war vielleicht ein tibetischer feminist?!