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Dienstag, 31. Juli 2007

Alles Quatsch, das sage ich Euch!

Dieses Wochenende war ziemlich komisch. Ziemlich Russisch. Und ziemlich Glücklich. Ja, vor allem das Letzte.
Nun muss man sagen, dass die Spannbreite vom "russischen" was Sascha und ich zusammen gemacht haben war auch ziemlich breit - Diplomarbeiten von Studenten der Moskauer Film-Akademie, Russen-Disko, Tarkowskis "Andrej Rublyow" und viel Wodka. Mmm..., nee, Quatsch - nicht viel, SEHR viel Wodka.
Aber.
Eins soll ich unbedingt davon festhalten. Diese Stimmung auf dem Russendisko. Ich ging dahin um zu lästern. Ehrlich.
Nu, wer geht schon zu RUSSISCHEM Disko in Berlin?
Also ich war dort zum ersten mal.
Und der Kaminer (russischer Schriftsteller, der in Berlin lebt und schreibt und der da als DJ war) hat mich einfach "aufgeräumt". Also total mitgenommen, mit der Seele, dem Vernunft und allem. Das erste waren die Zeichentrickfilme, die sie dort während ganzen Disko gezeigt haben. Das war Kerrols "Alisa", dann der Film über "Popugaj, Udaw, Obesjanku i Slonenka", usw. das war toll. Das hatte einfach den Schlüssel zu meiner Seele, und dem Verstand gefunden. Dem Verstand, der über Russen lachen wollte.

Und dann - es gab da keine RUSSEN. Keine Ukrainer. Es gab da einfach UNS, verdammt, das muss man feststellen. Und, mit gemeinsamer Vergangenheit, die zu russischer, ukrainischer und sogar deutscher Musik (Moskau, Moskau, Schmeiß die Gläser an die Wand!) getanzt, gesprungen, gelacht und verrückt waren.

Vor allem das "Moskau" Lied war ein Erkenntnislied, nach dem ich ALLES verstanden habe. Da, wo ich zugesehen habe, wir wir alle - Sascha, ich, alle dort in einem Kreis mit den Armen auf den Schultern der anderen getanzt haben, habe ich plötzlich verstanden, wie blöd der ganze Hass meiner Nationalisten zu den Russen ist. Und das Politik gar nichts mit einfachen normalen Menschen zu tun hat.

Ja, wir sind verschiedene Völker, haben verschiedene Staaten, und es soll auch so sein, und bleiben, aber wir sind in unser tiefem Innerem uns ähnlich, was da alle nicht sagen.

Und - obwohl Werka Serdyutschka für seine "Russia Good Bye" Worte in Eurovision Lied in offizieller Russland verboten wird, - wenn man seine Lieder in Berlin auf einem Russen-Disko anmacht dann tanzen alle genau so verrückt, wie früher.

Ja, ich lebe immer noch zwischen Hass und Liebe zu Russland. Ich will auch auf keinen Fall sagen, dass ich russische Politik oder Präsidenten unterstütze. Aber ich will, zum Beispiel, sehr nach Moskau fahren. Da da meine Bruder leben. Da meine Mutti mir viel faszinierendes von dieser bestimmt sehr schönen Stadt erzählt hat. Und weil Moskau so rasch wächst und interessant ist. Davon entkommst Du nicht - fast jeder von Ukrainern hat Verwandte, Freunde in Russland. Um so blöder die ganzen nationalistischen "Haßsprüche" gegen einfachem russischem Volk.