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Montag, 6. August 2007

Warum ich Berlin so mag, Teil II



Weil es in Berlin die verrücktesten Figuren gibt! Komische, fast schon strange Sachen aus allermöglichen Stoffen. So auch hier - der Konyk, wieich das Pferd zärtlich nennen, den Konyk am Hauptbahnhof, obwohl er ein bisschen hässlich ist, mag ich sehr.

Er soll ein Symbol für die schnelle Entwicklung von Fahrzeugen sein. Aber für mich ist er einfach ein Konyk, der nicht bloß ein Spielzeug in den Händen des Kindes sein will. Wo, wo baht Ihr noch so ein Kindpferd gesehen, worauf man nicht reiten kann?

Sonntag, 5. August 2007

Warum ich Berlin so mag. Teil I.

Weil es in Berlin so viel von der Geschichte zu spüren ist.
Weil Berlin so international ist, aber nicht internationalfeindlich (mit wenigen Ausnahmen, aber trotzdem!)
aber vor allem - weil Berlin ein lebendiger Beweis dafür ist, dass die Grenzen verschwinden. Dass diese unnötige eiserne Grenzen zwischen Ost und West Quatsch sind. Und Berlin beweist es nicht nur bildlich!

Bin gerade umgezogen, und lebe jetzt in tiefem Osten, des ehemaligen Westberlins. Und arbeite, studiere und unterrichte Gymnastik im Osten. Mein Theater ist auch dort.

Jeden Tag fahre ich vom Westen in den Osten und umgekehrt. Und beweise damit frech, dass es keine Grenzen existieren. Ich fahre, laufe, spaziere über die Orte, wo es Berliner Mauer stand, was früher unmöglich wäre.

Warum setzt man denn so viele neue Grenzen??

Dienstag, 31. Juli 2007

Petro Werhun

In meiner Stiftung schreibe ich gerade über Petro Werhun.
Das ist eine sehr spannende und wichtige für die Ukraine und ihre Geschichte, auch für die ukrainische Geschichte in Deutschland Person.

Werhun ist 1890 in Galizien geboren, hat in Prag Theologie und Philosophie studiert, und wurde dann ab 1927 nach Berlin geschickt, um hier für die Seelen der ukrainischen Gemeinde zu sorgen. Später wurde er sogar zum Apostolischen Wisitator der katholischem Ukrainern in Großdeutschland, ist bis 1945 in Berlin geblieben, obwohl er wusste, dass er jede Minute verhaftet werden kann. Und die Sowjeten hatten ihn festgenommen, dann 8 Jahren in Sibirien, und Tod 1957 von den Folgen von nicht gerechtem Lager, Haft und Urteil als "Volksfeind". Werhun wurde 2001 von Papst seliggesprochen, und ich habe vor kurzem eine Gedenktafel an ihn in der Hedwig Kathedrale im Herzen Berlins gefunden.

Dazu muss man sagen, dass die 18 Jahre, die er in Berlin war, hat er in einer Kirche gewirkt, die in der Pappelalle ist, ungefähr 8 Häuser von dem Café, wo ich jetzt den ukrainischen Stammtisch organisiere. Toll. Werde mal in diese Kirche gehen.

Aber was ich bei ihm mochte, außer der Tatsache, dass er eine sehr gutherzige Person war, die versucht hat für alle zu sorgen, für alle gutes Wort oder mehr zu finden, er hatte die Ukrainer nicht geteilt, sondern für die Versöhnung, Vereinigung von Ost und West plädiert. Ja, in Frage der Kirche, aber trotzdem. In seiner Gemeinde waren alle willkommen - Nationalisten, Kommunisten, andere, normale Leute, die er nicht auf "unsere" und "nicht unsere" geteilt hat. Werhun hatte sogar 1944 probiert alle ukrainische Führungskräfte, die in der Emigration lebten zusammen zu bringen - und hat Skoropadsky (Hetman 1918), Bandera, Melnyk - Führer von OUN - in eine Kathedrale zur einen Messe eingeladen. Das Ziel war, dass sie sind vielleicht verständigen, und ihre Kräfte zusammen bringen. Allerdings sind sie alle nach der Messe einzeln aus der Kirche rausgekommen, und haben sich zu nichts beschloßen.

Aber ich bin stolz.
Auf solche Landleute, wie Werhun.
Auf die Ukraine.
Eine Ukrainerin zu sein!

Donnerstag, 26. Juli 2007

Berlins Bettler

Er sieht furchtbar aus, und geht von einem zu anderem in Hauptbahnhof. "Hallo, ich komme gerade aus dem Schlafsack in Tiergarten, hätten Sie etwas nichtalkoholisches zu trinken???" Kann ihn ganz gut verstehen, schlafe nämlich auch seit einer Woche im Schlafsack, ist nicht gut, ehrlich. Aber meine Flasche mit Wasser, auf die er mit so einer Hoffnung schaut kann ich ihm nicht geben. Weil er mir irgendwie unsympathisch ist...
Aber nein! Berlins Bettler! Das soll gesagt werden. Bettler, die eine Zeitung herausgeben (wo es aus ihrer Sichtweise, aber nicht unbedingt von ihnen verschiedenes aus der Welt so beschrieben wird), die ganz professionell betteln, dabei noch schönen Tag, obwohl automatisch, aber doch wünschen, und selten unnett sind.
ich gebe ihnen kein Geld. Nu, sorry, ich kann das nicht. Außerdem bin ich selbst "auf dem Trocknenen". Na meli, das klingt besser...
Aber gestern sollte ich einem doch ein wenig Geld geben. Einem hübschen, etwas "tibetischem" Type, der mit wie immer mit einem Hund in einem Übergang saß, und ...ein Buch gelesen hat.
Ich glaube, dass einer, der zum Beispiel Kiew kennt, und dortige Bettler, der würde meine Faszination verstehen. Er saß da, war faul, ja, aber er las. "Die Nebel von Avalon" ist natürlich kein Dostojewski, aber trotzdem. In solche Bettler kann man sich sogar verlieben.