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Freitag, 2. November 2007

Aufarbeitung der GEschichte ohne Ende



Waren also in einer Reise durch die Ukraine. 2 Wochen. Mit den Pausen in Kiew und in Charkiw. Von der Stiftung Aufarbeitung - die Lage in der Ostukraine zu analysieren, was Erinnerung an die kommunistische Diktatur angeht. War irgendwie nicht so toll wie ich dachte. Eigentlich war es scheiße. Aber abenteuerlich ohne Ende.
Die Taxifahrer in der Ukraine sind meistens blöd.
Die Vermieterin unseres Zimmers in Charkiw (ein gutes Zimmer, wie aus dem Bild anbei zu sehen wird) hatte ihren Sohn in Knast sitzend,
und über die Dörfer selbst (die ja das Ziel der ganzen Veranstaltung waren) ist gar keine Rede! Schöne Landschaften, nette Leute und Arsch der Welt. 20 Dörfer sind ja eigentlich nix.
Erstmal ein paar Photos (c) dmitrijermolov.com:








Samstag, 6. Oktober 2007

Fotowettbewerb

Nun ist es so weit.
Der Fotowettbewerb für junge ukrainische Künstler ist ausgeschrieben.
Alle sind herzlich eingeladen: teilzunehmen, und den anderen Bescheid sagen!
Und sich am Ende der Ausstellung anzuschauen sowieso. Aber dazu wird es später noch mehr geben.
So weit so gut.

Here is it:

FOTOWETTBEWERB

Im Rahmen des Projektes „Ost und West – zwei Ufer eines Flusses“ ("East and West - two banks of one river") findet ein Fotowettbewerb zum Thema „Alltag meiner Region“ ("Daily Routine in my region") statt. Die hundert Werke, die die aktuellen Unterschiede zwischen den Gebieten in der Ukraine am besten widerspiegeln, werden für eine Woche in Berlin ausgestellt, und die besten Fotografen werden nach Berlin eingeladen, wo sie die Möglichkeit haben werden, bei der Eröffnung dieser Ausstellung dabei zu sein und an einer spannenden Diskussion mit ihren deutschen Kollegen zum Thema „Erfahrungen im wiedervereinigten Deutschland in Kontext der kulturellen Auseinandersetzung zwischen der Ost- und Westukraine“ teilzunehmen.

Um an dem Wettbewerb teilzunehmen, muss man bis zum 25. Oktober bis zu fünf Fotos und einen ausgefüllten Teilnahmebogen an die Adresse photography.competition@gmail.com einsenden. An dem Wettbewerb können sowohl professionelle ukrainische Fotografen, als auch junge Amateure teilnehmen.

Die Regeln des Wettbewerbs und der Teilnahmebogen sind auf der Web-Seite www.austausch.org/foto zu finden.

Sonntag, 5. August 2007

Warum ich Berlin so mag. Teil I.

Weil es in Berlin so viel von der Geschichte zu spüren ist.
Weil Berlin so international ist, aber nicht internationalfeindlich (mit wenigen Ausnahmen, aber trotzdem!)
aber vor allem - weil Berlin ein lebendiger Beweis dafür ist, dass die Grenzen verschwinden. Dass diese unnötige eiserne Grenzen zwischen Ost und West Quatsch sind. Und Berlin beweist es nicht nur bildlich!

Bin gerade umgezogen, und lebe jetzt in tiefem Osten, des ehemaligen Westberlins. Und arbeite, studiere und unterrichte Gymnastik im Osten. Mein Theater ist auch dort.

Jeden Tag fahre ich vom Westen in den Osten und umgekehrt. Und beweise damit frech, dass es keine Grenzen existieren. Ich fahre, laufe, spaziere über die Orte, wo es Berliner Mauer stand, was früher unmöglich wäre.

Warum setzt man denn so viele neue Grenzen??

Dienstag, 31. Juli 2007

Petro Werhun

In meiner Stiftung schreibe ich gerade über Petro Werhun.
Das ist eine sehr spannende und wichtige für die Ukraine und ihre Geschichte, auch für die ukrainische Geschichte in Deutschland Person.

Werhun ist 1890 in Galizien geboren, hat in Prag Theologie und Philosophie studiert, und wurde dann ab 1927 nach Berlin geschickt, um hier für die Seelen der ukrainischen Gemeinde zu sorgen. Später wurde er sogar zum Apostolischen Wisitator der katholischem Ukrainern in Großdeutschland, ist bis 1945 in Berlin geblieben, obwohl er wusste, dass er jede Minute verhaftet werden kann. Und die Sowjeten hatten ihn festgenommen, dann 8 Jahren in Sibirien, und Tod 1957 von den Folgen von nicht gerechtem Lager, Haft und Urteil als "Volksfeind". Werhun wurde 2001 von Papst seliggesprochen, und ich habe vor kurzem eine Gedenktafel an ihn in der Hedwig Kathedrale im Herzen Berlins gefunden.

Dazu muss man sagen, dass die 18 Jahre, die er in Berlin war, hat er in einer Kirche gewirkt, die in der Pappelalle ist, ungefähr 8 Häuser von dem Café, wo ich jetzt den ukrainischen Stammtisch organisiere. Toll. Werde mal in diese Kirche gehen.

Aber was ich bei ihm mochte, außer der Tatsache, dass er eine sehr gutherzige Person war, die versucht hat für alle zu sorgen, für alle gutes Wort oder mehr zu finden, er hatte die Ukrainer nicht geteilt, sondern für die Versöhnung, Vereinigung von Ost und West plädiert. Ja, in Frage der Kirche, aber trotzdem. In seiner Gemeinde waren alle willkommen - Nationalisten, Kommunisten, andere, normale Leute, die er nicht auf "unsere" und "nicht unsere" geteilt hat. Werhun hatte sogar 1944 probiert alle ukrainische Führungskräfte, die in der Emigration lebten zusammen zu bringen - und hat Skoropadsky (Hetman 1918), Bandera, Melnyk - Führer von OUN - in eine Kathedrale zur einen Messe eingeladen. Das Ziel war, dass sie sind vielleicht verständigen, und ihre Kräfte zusammen bringen. Allerdings sind sie alle nach der Messe einzeln aus der Kirche rausgekommen, und haben sich zu nichts beschloßen.

Aber ich bin stolz.
Auf solche Landleute, wie Werhun.
Auf die Ukraine.
Eine Ukrainerin zu sein!