Posts mit dem Label Geschichtsaufarbeitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Geschichtsaufarbeitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. November 2007

Aufarbeitung der GEschichte ohne Ende



Waren also in einer Reise durch die Ukraine. 2 Wochen. Mit den Pausen in Kiew und in Charkiw. Von der Stiftung Aufarbeitung - die Lage in der Ostukraine zu analysieren, was Erinnerung an die kommunistische Diktatur angeht. War irgendwie nicht so toll wie ich dachte. Eigentlich war es scheiße. Aber abenteuerlich ohne Ende.
Die Taxifahrer in der Ukraine sind meistens blöd.
Die Vermieterin unseres Zimmers in Charkiw (ein gutes Zimmer, wie aus dem Bild anbei zu sehen wird) hatte ihren Sohn in Knast sitzend,
und über die Dörfer selbst (die ja das Ziel der ganzen Veranstaltung waren) ist gar keine Rede! Schöne Landschaften, nette Leute und Arsch der Welt. 20 Dörfer sind ja eigentlich nix.
Erstmal ein paar Photos (c) dmitrijermolov.com:








Montag, 6. August 2007

Man muss darüber reden

Ger Geruch von Lärchen war schwach, aber deutlich, so dass keine Kraft in der Welt diese grüne frühliche Licht und Farbe dämpfen könnte. Der schwache deutliche Geruch -das war der Geruch von Toten. Im Namen dieser toten Lärchen darf man atmen, sprechen und leben.
Warlam Schalamow "Erzählungen aus Kolyma"

Запах лиственницы был слабым, но ясным, и никакая сила в мире не заглушила, не задушила бы этот запах, не потушила этот зелёный весенний свет и цвет. Слабый настойчивый запах – это был запах мертвых. От имени этих мертвых лиственниц и осмеливается дышать говорить и жить.
Варлам Шаламов »Колымские рассказы«

Dienstag, 24. Juli 2007

Nationalismus II - Olena Teliga

Olena Teliga (http://1000years.uazone.net/o_teliha.htm) war eine ukrainische Schriftstellerin, die sehr jung in Babyj Jar in Kiew erschossen wurde. Eine talentierte Person, Literaturkritiker, Publizistin, die viel für die ukrainische Kultur gemacht hat. Teliga war mit Donzow zusammen, ob lange, das weiß ich nicht. Mit dem Dmytro Donzow, der als "geistiger Vater" für ukrainischen Nationalismus gilt. Und Teliga ist jetzt seit 2007 auf einer 2 hrywnya Münze in der Ukraine zu sehen. Dabei war sie eine Nazionalistin.

Ich frage mich, was die Ostukraine dazu sagt. Die Ostukraine, die immer noch mit einer anderen Geschichteauffassung lebt. Glaube ich.

Und - ist das nicht ein ÜBERWICHTIGES Zeichen der Regierung, für ihre Haltung zu Geschichte, UND VOR ALLEM

Hilft es der Geschichtsaufarbeitung? Ja? Nein? Ist es nicht zu früh?
Aber die Aufarbeitung ist doch auch mit dem verbunden, dass man ein neues Geschichtsbild, oder ein verändertes Bild entwirft. Für die neue Generation natürlich.

Also der junge Mann aus Donezk, der auf meinem letzten ukrainischen Stammtisch war, der ist noch ziemlich weit von dem entfernt ein neues Geschichtsbild zu haben. Und - was heißt neues? Wer sagt, was richtig ist?

Obwohl ich natürlich für Teliga bin. Wobei nicht für Nazionalisten. Schon wieder diese Kluft.