Montag, 13. August 2007

Dänemark stürmt die Weltordnung

Als wir gestern in Kopenhagen herumliefen konnte noch keiner ahnen, was für ein wichtiger Tag für die Dänen der 12. August 2007 sei!
Gestern sind nämlich die Schiffe einer Expedition abgefahren, die beweisen soll, dass der Lomonosow-"Unterberg" in Arktis mit Grönland verbindet ist, und also Dänemark Rechte für Teile der Arktis bis zum Nordpol hat. Auf Arktis mit ihrer 25% von Welt-Öl und Gas.
Der Expeditionführer, oder irgendwelcher Minister sollten gesagt haben, die Hoffnungen darauf, dass Teile der Arktis doch Dänemark gehören sind ziemlich groß. Sie sollten es jetzt nur noch irgendwo auf 2000 km Tiefe beweisen.
Ich verstehe natürlich Dänemarks Sorgen um Welt-Öl und so, aber möchte ehrlich gesagt darüber lachen.
Weil es mir scheint, dass es Denmark vor allem um die Wiederherstellung der "alten Imperium" geht. Also wenigstens im geographischen Maßstab. Die armen Dänen leiden immer noch darunter, wie viel sie von der Fläche in letzten Jahrhunderten verloren haben. Das ist so eine dänische Krankheit.
Obwohl, wenn man einfaches Volk auf den Straßen anguckt, scheinen sie alle ziemlich sorglos zu sein. Sie feiern laut, schreien gerne nachts auf der Straße (obwohl 23:30 - ist doch keine Nacht, oder? aber sie sind schon allerdings alle betrunken, oder fast alle) und haben nicht so viele Sorgen.
Nur Ausländerfeindliche Regierung, diesen ständigen Kampf zwischen Peripherie und Kopenhagen und ausländische Gettos mit ihren "Kettenleben" aus denen man nicht herauskommt in der Hauptstadt. Hm..na ja, feiernd haben wir auch fast ausschließlich Dänen gesehen.

Eine Familiengeschichte.

Sehr interessante. Ganz kurze, aber doch sehr spannende.
http://www.online-roman.de/schluesselerlebnis/schluesselerlebnis-631.html

Montag, 6. August 2007

Warum ich Berlin so mag, Teil II



Weil es in Berlin die verrücktesten Figuren gibt! Komische, fast schon strange Sachen aus allermöglichen Stoffen. So auch hier - der Konyk, wieich das Pferd zärtlich nennen, den Konyk am Hauptbahnhof, obwohl er ein bisschen hässlich ist, mag ich sehr.

Er soll ein Symbol für die schnelle Entwicklung von Fahrzeugen sein. Aber für mich ist er einfach ein Konyk, der nicht bloß ein Spielzeug in den Händen des Kindes sein will. Wo, wo baht Ihr noch so ein Kindpferd gesehen, worauf man nicht reiten kann?

Man muss darüber reden

Ger Geruch von Lärchen war schwach, aber deutlich, so dass keine Kraft in der Welt diese grüne frühliche Licht und Farbe dämpfen könnte. Der schwache deutliche Geruch -das war der Geruch von Toten. Im Namen dieser toten Lärchen darf man atmen, sprechen und leben.
Warlam Schalamow "Erzählungen aus Kolyma"

Запах лиственницы был слабым, но ясным, и никакая сила в мире не заглушила, не задушила бы этот запах, не потушила этот зелёный весенний свет и цвет. Слабый настойчивый запах – это был запах мертвых. От имени этих мертвых лиственниц и осмеливается дышать говорить и жить.
Варлам Шаламов »Колымские рассказы«

Sonntag, 5. August 2007

Warum ich Berlin so mag. Teil I.

Weil es in Berlin so viel von der Geschichte zu spüren ist.
Weil Berlin so international ist, aber nicht internationalfeindlich (mit wenigen Ausnahmen, aber trotzdem!)
aber vor allem - weil Berlin ein lebendiger Beweis dafür ist, dass die Grenzen verschwinden. Dass diese unnötige eiserne Grenzen zwischen Ost und West Quatsch sind. Und Berlin beweist es nicht nur bildlich!

Bin gerade umgezogen, und lebe jetzt in tiefem Osten, des ehemaligen Westberlins. Und arbeite, studiere und unterrichte Gymnastik im Osten. Mein Theater ist auch dort.

Jeden Tag fahre ich vom Westen in den Osten und umgekehrt. Und beweise damit frech, dass es keine Grenzen existieren. Ich fahre, laufe, spaziere über die Orte, wo es Berliner Mauer stand, was früher unmöglich wäre.

Warum setzt man denn so viele neue Grenzen??